Berliner Wassertriebe führten 2011 dreistelligen Millionen-Gewinn an private Anteilseigner ab

Berliner Umschau
17.04.2012

Berliner Wassertriebe führten 2011 dreistelligen Millionen-Gewinn an private Anteilseigner ab
von Paul Müller

Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) haben für das vergangene Jahre etwa 124 Millionen Euro Gewinn an die privaten Anteilseigner RWE und Veolia abgeführt. Das geht aus der Bilanz des Unternehmens hervor. Das Land Berlin erhielt demnach 108 Millionen Euro, sowie weitere Abgaben in Höhe von 83 Millionen. Die BWB hatten nach eigenen Angaben 2011 insgesamt 125,2 Millionen mit Wasserversorgung und 259,3 Millionen mit Entwässerung eingenommen.

Zugleich wies BWB-Chef Jörg Simon die Forderungen des Bundeskartellamtes nach einer Senkung des Wasserpreis um ein Fünftel zurück.

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Protest darf mit den erreichten Zielen nicht enden

taz.de
13.04.2012

BEWEGUNGEN
Protest darf mit den erreichten Zielen nicht enden
von Walter Sittler

Sowohl der Blick in die Hauptstadt als auch nach Stuttgart lehrt: Bürgerbeteiligung gehört auf Stand-By.

Wer etwas über Erfolg und Misserfolg von Protestbewegungen lernen will, für den lohnt ein Blick in die Widerstandshochburgen der Republik: Berlin und Stuttgart. Selten zuvor gab es dort mehr Aufruhr als jetzt, aber der Ausgang könnte unterschiedlicher – und lehrreicher – kaum sein.
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„Gesocks, weg mit dem!“

taz.de
13.04.2012

WALTER SITTLER ÜBER KICKS UND LÜGENPACK
„Gesocks, weg mit dem!“
Interview Peter Unfried

Der Schauspieler Walter Sittler über die gemischten Erfahrungen mit seinem bürgerschaftlichen Engagement im Widerstand gegen Stuttgart 21. Und über Klientelbefriedigung.

taz: Herr Sittler, jahrelang dachte man bei Ihrem Namen an Fernsehunterhaltung mit Mariele Millowitsch – dann wurden Sie Gesicht einer Bürgerbewegung. Was hat Sie entzündet?

Walter Sittler: Das war kein bestimmter Vorfall und keine Entscheidung. Es ging im Herbst 2009 los, als der Umweltverband BUND mich fragte, ob ich nicht bei einer Aktion gegen Stuttgart 21 mitmachen wolle. Ich sagte: Ja, klar. Und dann wurde es immer mehr.

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Investoren fordern von Berliner Wasserbetrieben Millionen

Berliner Morgenpost
13.04.2012

TARIFE
Investoren fordern von Berliner Wasserbetrieben Millionen
Von Jens Anker

Die Investoren melden Nachzahlungen in Höhe von 54 Millionen Euro an. Dennoch wollen die Wasserbetriebe die Preise stabil halten.

Im Streit um zu hohe Wasserpreise, die Rekommunalisierung des Unternehmens und die Abmahnungen durch das Bundeskartellamt kommen die Berliner Wasserbetriebe nicht zur Ruhe. Eine Woche vor der Jahresbilanzkonferenz des Unternehmens haben die Nachforderungen der privaten Investoren für zu wenig verbrauchtes Wasser den Wasserbetrieben erneut ungeliebte Aufmerksamkeit verschafft.

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Müssen die Berliner Wasserbetriebe jetzt nicht ihre Preise senken?

BZ
07.04.2012

DIEPGEN & SCHÜTZ JA. DAS KARTELLAMT HAT RECHT!
Müssen die Berliner Wasserbetriebe jetzt nicht ihre Preise senken?

Eine alte Berliner Redensart erklärt uns – wie ich meine – den Streit um die überhöhten Wasserkosten in unserer Stadt am besten: So was kommt von so was.

Denn wer auch immer damals die Privatisierung der Wasserwerke betrieben hat, der sollte sich heute nicht wundern, wenn die neuen Teileigner mehr Geld verdienen wollten, als das Unternehmen vorher ausgeschüttet hat. Bis ins Jahr 1999 gehörten die Berliner Wasserbetriebe der Stadt – und seitdem zu 49,9 Prozent auch den privaten Energieversorgern RWE und Veolia.

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Sonderausschuß Wasserverträge: Zinsen orientieren sich weiter an Bundesanleihen

Berliner Umschau
31.03.2012

Sonderausschuß Wasserverträge: Zinsen orientieren sich weiter an Bundesanleihen
von Martin Müller-Mertens

Der Sonderausschuß Wasserverträge im Abgeordnetenhaus wirkte am Freitag vor allem chaotisch. Die sehr kurzfristig vorliegende Tagesordnung habe alle Beteiligten in „ultimativen Streß versetzt“, erzählte der Linken-Abgeordnete Klaus Lederer. Finanz-Staatssekretärin Margaretha Sudhoff suchte sich einige Zahlen nach eigenen Angaben „in der Nacht“ aus dem Internet. Dennoch gab es einen zumindest formal sensiblen Punkt: Sudhoff räumte ein, daß der Senat bei der Festlegung der Verzinsung des betriebsnotwendigen Kapitals einen 20-Jahre-Durchschnitt zehnjähriger Bundesanleihen zu Grunde legt, dort zwei Prozent draufschlägt – die sog. Formel r+2.

So lagen die Verordnungszinssätze 2010 bei 7,58 Prozent, im vergangenen Jahr immer noch bei 7,1 Prozent. Die Grünen-Abgeordnete Heidi Kosche kommentierte dies als „verfassungswidrige Verhandlungen“ – das Landesverfassungsgericht hatte einen derartigen festen Aufschlag 1999 untersagt. „Daß wir das hier reinschreiben und auch noch darüber reden, finde ich schon ziemlich dreist“. Der damalige rot-rote Senat hatte später die Verträge so geändert, daß statt Bundesanleihen konservative Vermögensanlagen herangezogen werden. Im Ergebnis kommt wieder die Formel r+2 heraus, nur diesem mal ohne Nein des Verfassungsgerichts. Der damalige Wirtschftssenator Harald Wolf (Linke) erklärte es Ende 2010 schlicht und einfach: „Der Zinssatz wird vom Senat derzeit in einer Höhe festgelegt, die dem ursprünglichen Zinssatz r+2 entspricht, weil das Land dann keinen Ausgleich an die Privaten zahlen muß“
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