SWR2 Tandem – Relevant

Wolfgang in der Wasserschlacht
Wie ein Bürger und Stadtwerker gegen eine umstrittene EU-Richtlinie kämpft

>>>>SWR2 Sendung vom Donnerstag, 11.7. | 10.05 Uhr<<<<
Von Rudolf Linßen

Der Stadtwerker und Wasserspezialist Wolfgang Deinlein aus Karlsruhe hat sich aus Leidenschaft gegen den Plan der EU gestemmt, die kommunale Wasserversorgung zu privatisieren. Er hat geschrieben, Eingaben gemacht und auf eine gewagte Weise sich an die Öffentlichkeit gewandt. Seine Kollegen waren teils irritiert, teils hat er sie mitgerissen. Er traf Gleichgesinnte und hat sich als Teil einer europäischen Bürgerinitiative erlebt. Am 21. Juni erklärte der zuständige EU-Kommissar Michel Barnier, das Wasser aus der geplanten Richtlinie zur Privatisierung und Konzessionsregelung herauszunehmen. EU-Parlament, die EU-Kommission und der EU-Ministerrat stimmten seinem Antrag dienstags darauf, am 25. Juni offiziell zu. Der Plan ist vom Tisch und Wolfgang Deinlein erleichtert. Rudolf Linßen sprach mit ihm über seinen Kampf gegen die Privatisierung der Wasserversorgung.

wurde gesendet im swr2 am 11.07.2013 zum Nachhören
Manuskript der Sendung


Trend Rekommunalisierung – Ick will meinen Strom zurück!

Artikel im Stern vom 29.05.2013

SteckdoseEnde des 20. Jahrhunderts waren Privatisierungen angesagt, nun kaufen Kommunen Stromnetze und Wasserversorgung zurück – weil die Bürger auf die Barrikaden gehen.

Von Tereza Šimůnková

Überall in Deutschland laufen Konzessionen für lokale Stromnetze aus. So kam eine intensive Debatte zustande: War es richtig, die Netze von Privatfirmen betreiben zu lassen? Haben sie den Bürgern zu viel Geld abgenommen, um ihre Profite zu erhöhen? Sollten die Kommunen wieder selbst mehr Verantwortung bei der Energieversorgung übernehmen? Viele deutsche Gemeinden haben gehandelt, 60 Stadtwerke wurden zwischen 2007 und Sommer 2012 neu gegründet, in mindestens 170 Fällen die Netze wieder rekommunalisiert. Auch Gas- und Fernwärmenetze sowie Wasserbetriebe gingen zurück in öffentlichen Besitz.


Gefährliches Plastik im Meer

WDR Quarks & Co – Sendung vom 02.07.2013 | 21.00 – 21.45

Plastikkörner aus Zahnpasta

Filmautor: Mike Schaefer

Diese Sendung
können Sie sich hier nachträglich ansehen

Wissenschaftler schätzen, dass in unseren Ozeanen über 100 Millionen Tonnen Plastik treiben. Tiere halten den Müll für Nahrung und gehen daran zugrunde. Aber auch wir Menschen könnten durch den Plastikmüll bedroht sein. Denn das Plastik im Meer verschwindet nicht einfach. Es zerbröselt in kleinste Partikel, die sich überall verteilen. Und das könnte dazu führen, dass wir dem Plastikmüll, ohne es zu merken, plötzlich und auf sehr unangenehme Art wieder begegnen – auf unserem Teller.



Sauber? Von wegen: Arznei im Abwasser!

arte „der blogger“

Apotheke im Abwasser

Verschiedene Videos zu diesem Thema
können Sie sich hier ansehen

Der Durchschnitts-Deutsche verbraucht täglich 122 Liter Wasser aus der Leitung – den Großteil davon für die Toilettenspülung, zum Duschen, Waschen, Spülen und Putzen. Etwa 5 Liter werden getrunken und verkocht, aus dem Rest entsteht Abwasser, das in Kläranlagen gereinigt wird. Wenn Sie nicht wissen wie eine Kläranlage funktioniert, klicken Sie sich zu diesem Video. Auch wenn es heißt, dass aus unserem Abwasser in Deutschland bestes Qualitäts-Trinkwasser hergestellt wird, werden immer mehr Schadstoffe, Viren und Medikamentenrückstände gefunden, die einen gefährlichen Wirkstoff-Cocktail ergeben! Medikamente wie Antibiotika und Psychopharmazeutika werden zu 10 – 15% in der Toilette entsorgt. Zudem werden 70 – 80% der konsumierten Medikamente, Röntgenkontrastmittel, hormonell wirkenden Stoffe und Drogen vom menschlichen Körper wieder ausgeschieden und gelangen so ebenfalls durch das Abwasser in unser Trinkwasser. Diese Stoffe lassen sich nur äußerst schwierig wieder aus dem Abwasser eliminieren und so kommt es zu einem unbewussten Medikamentenkonsum.


Geheimes Parallelrecht – Wie Großkonzerne politische Entscheidungen attackieren

WDR Monitor – Sendung vom 06.06.2013

WDR Monitor

Diese Sendung
können Sie sich hier nachträglich ansehen

Prozesse im Hinterzimmer. Firmen gegen Staaten. Großkonzerne wie Chevron, Philip Morris und Vattenfall. Es geht um Milliarden und um große Politik. Kaum jemand weiß von diesen geheimen Verfahren, zu denen die Öffentlichkeit keinen Zugang hat. Die Verhandlungsgrundlage: So genannte Investitionsschutzabkommen. Sie weiß, was sich dahinter verbirgt: Pia Eberhardt forscht seit Jahren über solche internationalen Verträge. Auch Deutschland hat diese Verträge abgeschlossen, eigentlich um deutsche Firmen im Ausland vor Enteignung zu schützen.