Müssen die Berliner Wasserbetriebe jetzt nicht ihre Preise senken?

BZ
07.04.2012

DIEPGEN & SCHÜTZ JA. DAS KARTELLAMT HAT RECHT!
Müssen die Berliner Wasserbetriebe jetzt nicht ihre Preise senken?

Eine alte Berliner Redensart erklärt uns – wie ich meine – den Streit um die überhöhten Wasserkosten in unserer Stadt am besten: So was kommt von so was.

Denn wer auch immer damals die Privatisierung der Wasserwerke betrieben hat, der sollte sich heute nicht wundern, wenn die neuen Teileigner mehr Geld verdienen wollten, als das Unternehmen vorher ausgeschüttet hat. Bis ins Jahr 1999 gehörten die Berliner Wasserbetriebe der Stadt – und seitdem zu 49,9 Prozent auch den privaten Energieversorgern RWE und Veolia.

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Sonderausschuß Wasserverträge: Zinsen orientieren sich weiter an Bundesanleihen

Berliner Umschau
31.03.2012

Sonderausschuß Wasserverträge: Zinsen orientieren sich weiter an Bundesanleihen
von Martin Müller-Mertens

Der Sonderausschuß Wasserverträge im Abgeordnetenhaus wirkte am Freitag vor allem chaotisch. Die sehr kurzfristig vorliegende Tagesordnung habe alle Beteiligten in „ultimativen Streß versetzt“, erzählte der Linken-Abgeordnete Klaus Lederer. Finanz-Staatssekretärin Margaretha Sudhoff suchte sich einige Zahlen nach eigenen Angaben „in der Nacht“ aus dem Internet. Dennoch gab es einen zumindest formal sensiblen Punkt: Sudhoff räumte ein, daß der Senat bei der Festlegung der Verzinsung des betriebsnotwendigen Kapitals einen 20-Jahre-Durchschnitt zehnjähriger Bundesanleihen zu Grunde legt, dort zwei Prozent draufschlägt – die sog. Formel r+2.

So lagen die Verordnungszinssätze 2010 bei 7,58 Prozent, im vergangenen Jahr immer noch bei 7,1 Prozent. Die Grünen-Abgeordnete Heidi Kosche kommentierte dies als „verfassungswidrige Verhandlungen“ – das Landesverfassungsgericht hatte einen derartigen festen Aufschlag 1999 untersagt. „Daß wir das hier reinschreiben und auch noch darüber reden, finde ich schon ziemlich dreist“. Der damalige rot-rote Senat hatte später die Verträge so geändert, daß statt Bundesanleihen konservative Vermögensanlagen herangezogen werden. Im Ergebnis kommt wieder die Formel r+2 heraus, nur diesem mal ohne Nein des Verfassungsgerichts. Der damalige Wirtschftssenator Harald Wolf (Linke) erklärte es Ende 2010 schlicht und einfach: „Der Zinssatz wird vom Senat derzeit in einer Höhe festgelegt, die dem ursprünglichen Zinssatz r+2 entspricht, weil das Land dann keinen Ausgleich an die Privaten zahlen muß“
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Berlinern drohen noch höhere Wasserpreise

Berliner Morgenpost
12.04.2012

MILLIONEN-FORDERUNG
Berlinern drohen noch höhere Wasserpreise
Von Jens Anker

Die Berliner Verbraucher müssen sich auf noch höhere Wasserpreise einstellen als bislang geplant.

Zum einen wollen die Berliner Wasserbetriebe die Tarife in diesem Jahr turnusgemäß um 2,9 Prozent anheben. Darüber hinaus droht eine Nachzahlung in Höhe von insgesamt 74 Millionen Euro.

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Bundeskartellamt mahnt Berliner Wasserbetriebe erneut ab und beabsichtigt Preissenkung bei Trinkwasser von insgesamt 292 Mio. Euro für die Jahre 2012 bis 2015

Pressemitteilung des Bundeskartellamtes

Bonn, 2. April 2011: Das Bundeskartellamt hat heute in dem Verfahren gegen die Berliner Wasserbetriebe (BWB) wegen missbräuchlich überhöhter Trinkwasserpreise eine zweite Abmahnung versandt. Aufgrund der Stellungnahme der BWB zu der ersten Abmahnung des Bundeskartellamtes (siehe PM vom 5. Dezember 2011) waren umfangreiche Nachermittlungen erfolgt.

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Kartellamt mahnt Berliner Wasserbetriebe erneut ab

Berliner Morgenpost
02.04.2012

TRINKWASSERPREISE
Kartellamt mahnt Berliner Wasserbetriebe erneut ab

Die Behörde ist zu dem Schluss gekommen, dass die Wasserpreise in Berlin durchschnittlich um 20 Prozent zu hoch angesetzt sind.

Rund vier Monate nach der ersten Abmahnung im Verfahren wegen missbräuchlich überhöhter Trinkwasserpreise hat das Bundeskartellamt die Berliner Wasserbetriebe (BWB) erneut gerügt.

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