NaturFreunde: Naturnahe Elbe muss erhalten bleiben

naturfreundeNaturFreunde Deutschlands lehnen Forderungen nach ganzjähriger Schiffbarkeit der Elbe ab

Berlin, 27. März 2015 –  Neuerliche Forderungen der Kammerunion Elbe/Oder (KEO) und anderer Wirtschafts- und Politikvertreter nach einer ganzjährigen Schiffbarkeit der Elbe (Mindesttiefe 1,60 Meter) trafen bei den Umweltexperten der NaturFreunde Deutschlands bei ihrer Fachkonferenz in Naunhof bei Leipzig auf Ablehnung.

Wie der stellvertretende Bundesvorsitzende der NaturFreunde Deutschlands Tilmann Schwenke aus Wilthen erklärte, ist die Elbe von der Quelle im Riesengebirge bis zur Mündung in Hamburg einer der wenigen naturnahen Flüsse in Mitteleuropa. Dieser müsse – auch wegen der EG-Wasserrahmenrichtlinie, die einen „guten oder sehr guten“ ökologischen Zustand von Flüssen vorschreibe – erhalten bleiben.

Ein ökologisch nicht vertretbarer Eingriff wie ihn eine Elbvertiefung darstellen würde, stehe dazu im Widerspruch. Im Übrigen werde selbst bei einer von der KEO geforderten Vertiefung die ganzjährige Schiffbarkeit nicht erreicht, da der Fluss nach Aussagen auch des Bundesverkehrsministeriums nicht genug Wasser führe. Die Elbe-Reeder müssten vielmehr ihre nach eigenen Aussagen überalterte Flotte dem Fluss anpassen. Keinesfalls dürfe dem Interesse der Industrie ein UNESCO-Biosphärenreservat geopfert werden.

Nach Ansicht der NaturFreunde Deutschlands bietet die Elbe vielmehr ein hohes Potential für einen naturnahen und nachhaltigen Tourismus vor der eigenen Haustür. Dieser müsse auf- und ausgebaut werden. Insbesondere der ländliche Raum als Kleinod in der Natur könne dabei auch beschäftigungspolitsch gewinnen. Schwenke verspricht: „Die NaturFreunde werden diesen Prozess aktiv begleiten“.

Die NaturFreunde Deutschlands fordern deshalb alle Landes- und Bundespolitiker auf, sich aktiv für eine naturnahe Erhaltung der Elbe einzusetzen und Ausbauplänen aller Art eine Absage zu erteilen. Ein naturverträglicher Fluss sei ein Beitrag zum ökologischen Hochwasserschutz und diene damit auch der Anpassung an den Klimawandel.

NaturFreunde Deutschlands
Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur
Tilmann Schwenke
stellvertretender Bundesvorsitzender
(0172) 246 21 25
schwenke@naturfreunde.de
www.presse.naturfreunde.de

Elbvertiefung? NEIN DANKE!

Hamburg für die Elbe. Bürgerinitiative zum Schutz der Elbe

Die Bürgerinitiative Hamburg für die Elbe – Bürgerinitiative zum Schutz der Elbe
hat auf ihrer Webseite: http://www.hamburg-fuer-die-elbe.de/
folgende Petition eingestellt, die online unterstützt werden kann:

Elbvertiefung? NEIN DANKE!

Die Stadt Hamburg und die Interessengruppen der Hafenwirtschaft und Reedereien wollen die 9. Elbvertiefung um jeden Preis durchsetzen.

Wir sagen NEIN! Wir brauchen keine Elbvertiefung!

Setzen Sie mit Ihrer Unterschrift ein Zeichen:

– Für ein nationales Hafenkonzept: Konkurrenzfreies Lenken der Verkehrsströme über die deutschen Häfen und der sparsame Einsatz unserer knappen Steuergelder frei von kleinstaatlichen Interessen und Lobbyismus der Hafenwirtschaft müssen die Ziele sein.
– Für die Einsparung von Folgekosten, z.B. durch dauerhafte Baggerei, Einsetzen unserer Steuergelder für soziale Aufgaben der Stadt und des Bundes.
– Für Hochwasserschutz und Deichsicherheit für alle Anwohnerinnen und Anwohner an der Elbe.
– Für sichere Arbeitsplätze ohne Elbvertiefung: Arbeitplätze im Hafen und an Bord sind durch die Megaschiffe und Preisdrückerei der Reederei-Allianzen P3 und G6 bedroht. Die Elbvertiefung zerstört u.a. Arbeitsplätze beim Elb-Obstanbau, im Elb-Tourismus und bei der Elb-Fischerei.
– Für die Natur an und in der Elbe.

Kritische Stimmen zur Elbvertiefung werden klein geredet, die Umweltverbände als Wirtschaftsfeinde diskreditiert. Darum: Unterstützen Sie unsere Petition gegen die 9. Elbvertiefung und Fahrrinnenverbreiterung! Und zeigen Sie den politischen Verantwortlichen, dass die Ablehnung der Elbvertiefung ein breiter gesellschaftlicher Konsens ist.

Danke sagt Ihre

Initiative „Hamburg für die Elbe“

zur Website…

[Und wir sagen Dank an Michael Bender (Grüne Liga, Bundeskontaktstelle Wasser) für den Hinweis!]