Patrick Breyer: Warum blockieren SPD, Grüne und SSW ein Fracking-Verbot für Schleswig-Holstein?

Patrickbreyer Breyer MdL

18.11.2016

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Unternehmen Central Anglia hat die Anträge für die Erlaubnisfelder Leezen (umfasst Plön, Bad Segeberg und Bad Oldesloe) und Eckernförde und für das Bewilligungsfeld Waabs zurückgenommen. Dort sollte nach Öl gesucht bzw. Öl gefördert werden.

Mein Kommentar als Abgeordneter der PIRATEN im Landtag:

„Dieser überfällige Schritt ist ein großer Erfolg für den zivilgesellschaftlichen und politischen Widerstand gegen riskante Bohrpläne im Land. Doch die Dea hält stur an ihren Plänen zur Bohrung in Ost- und Nordsee fest. Und Umweltminister Robert Habeck handelt nur halbherzig:

Warum werden die Bohrpläne der DEA im Wattenmeer nicht gestoppt, sondern verschleppt?

Und warum blockieren SPD, Grüne und SSW eine vollständige Offenlegung der Antragsunterlagen und ein Fracking-Verbot für Schleswig-Holstein?

Es können jederzeit neue Anträge gestellt werden. Bei der Erdölförderung in Schleswig-Holstein hat es schon 100 gemeldete Unfälle gegeben; die Altlasten sind bis heute ungeklärt. Wenn der grüne Umweltminister Habeck trotzdem von ‚vergleichsweise umweltverträglichen Formen der Erdölförderung‘ spricht und die grüne Finanzministerin Heinold weiter mitverdienen will, ist das unverantwortlich für Umwelt und Wasser.“

Hintergrund: Der DEA ist die Ölförderung im Wattenmeer und in Schwedeneck bereits genehmigt worden. Weitere Lizenzanträge liegen vor. Die PIRATEN enthüllten erst vor wenigen Wochen, dass über das gesamte Land ehemalige Bohrschlammgruben verstreut sind. Auch nach Jahren kann eine Gefahr für unser Wasser nicht ausgeschlossen werden.

Mit freundlichem Gruß
Patrick Breyer MdL

Vgl. auch Patrick Breyer: Zum Gesetz zum Schutz des Nationalparks Wattenmeer vor Ölbohrungen. 17.11.2016

* Der Jurist Dr. Patrick Breyer wurde am 6. Mai 2012 zum Abgeordneten der Piratenpartei im Schleswig-Holsteinischen Landtag gewählt und ist dort Fraktionsvorsitzender, Mitglied im Richterwahlausschuss sowie im Innen- und Rechtsausschuss.

Website von Dr. Patrick Breyer

Bundesregierung will Fracking-Forschung mit 4,75 Mio. Euro subventionieren

Hubertus Zdebel (DIE LINKE): Keine Haushaltsmittel für die Fracking-Kommission!
DIE LINKE

 

„Letztes Jahr wollte die Bundesregierung die Fracking-Forschung mit vier Millionen Euro subventionieren. Jetzt sind es im Haushalt gut versteckte 4,75 Millionen, wie die Bundesregierung auf meine Anfrage zugeben musste. Darunter sind auch Mittel für die überwiegend mit frackingfreundlichen Mitgliedern besetzten Expertenkommission“, kritisiert der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (DIE LINKE), Obmann seiner Fraktion im Umweltausschuss. „Dies ist eine skandalöse, indirekte Subventionierung der Konzerne. Das wollen wir unterbinden und haben einen Antrag auf Streichung der Mittel gestellt.“

Zdebel weiter: „Die CDU/CSU-SPD- Bundesregierung will Fracking im Schiefer- und Kohleflözgestein vorantreiben. Dazu hat sie die Einrichtung einer sogenannten ‚Expertenkommission‘ beschlossen, die Fracking-Forschungsprojekte begleiten und den Boden für Fracking in allen Gesteinsschichten bereiten soll. Schon jetzt ist klar, dass diese Kommission überwiegend mit frackingfreundlichen Mitgliedern besetzt sein wird. Für die Einrichtung und den Geschäftsbetrieb einer Geschäftsstelle dieser Expertenkommission sind im Entwurf des Haushaltsplans Gelder in Höhe von 250.000 Euro für das Jahr 2017 vorgesehen. Ich spreche mich klar gegen die Finanzierung dieser Fracking-Kommission aus Haushaltsmitteln des Bundes aus. Diese Kommission darf keinen Euro aus Steuermitteln erhalten.

Für einen wissenschaftliche Begleitprozesses im Rahmen eines Forschungsplans werden im Entwurf des Haushaltsplans für das Jahr 2017 Gelder in Höhe von 4 Millionen Euro eingeplant. Diese Gelder werden jährlich aufgewendet. Dies ist eine skandalöse, indirekte Subventionierung der Konzerne.

Für den jeweiligen Dialogprozess von Fracking-Vorhaben vor Ort werden Gelder in Höhe von etwa 500.000 Euro eingeplant. Da absehbar ist, dass diese Gelder für die Akzeptanzschaffung für Fracking eingesetzt werden, werden hier Projekte finanziert, von denen lediglich die Energiekonzerne profitieren, an denen aber kein volkswirtschaftliches und energiepolitisches Interesse besteht. Es kann nicht Aufgabe des Staates sein, dies zu finanzieren. Fracking ist eine teure und unbeherrschbare Risikotechnik und muss ohne Ausnahmen verboten werden.“

Die Information der Bundesregierung vom 10.10.2016 zur geplanten Subventionierung der Fracking-Forschung ist hier; der Antrag der Fraktion DIE LINKE ist dort zu finden.

Landesregierungen von Niedersachsen, NRW und Schleswig-Holstein torpedieren das Übereinkommen von Paris

Fracking
Pressemitteilung der unter
GEGEN GASBOHREN vernetzten Bürgerinitiativen
25.10.2016

Mit der Vergabe von Lizenzen zur Erdöl- und Erdgasförderung greifen die Landesregierungen von Niedersachsen, NRW und Schleswig-Holstein das Übereinkommen von Paris (Klimaschutz-Abkommen) frontal an. Weiterlesen

Fracking-Verbot soll ins Landesraumordnungsprogramm! Offener Brief an niedersächsischen Landwirtschaftsminister

FrackingBUNDESTREFFEN der unter GEGEN GASBOHREN vernetzten Bürgerinitiativen
OFFENER BRIEF

15. Oktober 2016

An den Minister für Ernäherung, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz des Landes Niedersachsen
Herrn Christian Meyer
Calenbergst. 2
30169 Hannover

Sehr geehrter Herr Minister Meyer,

auf dem Bundestreffen der unter „gegen Gasbohren“ vernetzten Bürgerinitiativen wurde eingehend über die Situation in Niedersachsen diskutiert. Dabei ging es auch um das Landes-Raumordnungsprogramm als planerisches Konzeption für eine zukunftsfähige Landesentwicklung.

Wir richten an Sie als grünen Landwirtschaftsminister und Mitglied eines Landesverbandes, der die Korbacher Resolution mitträgt, die ein ausnahmsloses Fracking-Verbot fordert, den dringenden
A P P E L L , ein ausnahmsloses Fracking-Verbot auch im Landesraumordnungsprogramm als Ziel aufzunehmen.

 

Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag: Dr. med. Maria Entrup-Henemann
die auf dem Bundestreffen vertretenen und nachfolgend aufgeführten Bürgerinitiativen:

AK Braunschweig
Aktionsbündnis No Moor Fracking
BBU (Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz)
Berliner Wassertisch
BI Aktionsbündnis salzfreies Märchenland e.V.
BI Flecken Langwedel gegen Gasbohren
BI FRACK-loses Gasbohren im LK Rotenburg
BI gegen CO2-Endlager
BI Kein Fracking in der Heide
BI kein-frack-in-wf
BI Lebenswertes Korbach
BI Saubere Umwelt & Energie Altmark
BI STOP Fracking!
BI Witten für sauberes Trinkwasser
BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.
BI Umweltschutz Uelzen
BI Walsrode
BIGG Drensteinfurt
Bündnis Weidener Becken gegen Fracking
Food & Water Europe
Gemeinnütziger Umweltschutzverein pro grün e.V.
GENUK e.V.
IG Gegen Gasbohren Hamminkeln/Niederrhein
IG Rees gegen Gasbohren e.V.
IG Schönes Lünne
IGTL Tecklenburger Land
Interessengemeinschaft Fracking-freies Artland e.V.

Brief als pdf

Offener Brief: „Stoppen Sie die Förderung fossiler Energieträger“

BUNDESTREFFEN der unter GEGEN GASBOHREN
vernetzten Bürgerinitiativen über:

FrackingIG Fracking-freies Artland e.V.
Steimelager Weg 32
49610 Quakenbrück
fracking-freies-artland@t-online.de
www.fracking-freies-artland.de

Quakenbrück, 09. Okt. 2016

OFFENER BRIEF

1. An den Ministerpräsidenten des Landes Niedersachen,
Herrn Stephan Weil
2. An den Minister für Wirtschaft,
Arbeit und Verkehr des Landes Niedersachsen,
Herrn Olaf Lies
3. An den Minister für Umwelt, Energie und
Klimaschutz des Landes Niedersachsen,
Herrn Stefan Wenzel

Zur Kenntnis an die Mitglieder des Niedersächsischen Landtages

Stoppen Sie die Förderung fossiler Energieträger

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
sehr geehrte Herren Minister,
sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,

der Bundestag hat in diesem Jahr – nach über vier Jahren öffentlichen Widerstandes – ein Fracking-Gesetzespaket beschlossen, welches auf die Bedürfnisse der Öl- und Gasindustrie in Niedersachsen zugeschnitten wurde. Der bisher schon mangelhafte Gesundheitsschutz der Anwohner von Förder-, Produktions- und Aufbereitungsanlagen wird durch dieses Gesetzespaket fortgeschrieben.

Der neue Rechtsrahmen soll alle BürgerInnen beruhigen, die diesen nicht in voller Tiefe und Konsequenz erfassen. In Wirklichkeit schafft er die Voraussetzungen für die nachträgliche Legitimierung rechtswidriger Handlungen. Durch den Kunstbegriff des „konventionellen Fracking“ wird Fracking in dichtem Sandgestein zur Gewinnung sogenannten Tight-Gases oder Tight-Öles grundsätzlich erlaubt und wäre auch in Natura 2000 – Gebieten möglich. Dabei zählt selbst die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe auf ihrer Homepage Tight-Gas-Vorkommen zu den nicht konventionellen Lagerstätten.

Das Gesetzespaket suggeriert, dass Fracking in Sandstein weniger gefährlich sei, da dieses schon seit mehreren Jahrzehnten in Deutschland praktiziert wird. Dieses Fracking, oder auch „hydraulische Stimulation“ hat mit dem zukünftig zu erwartenden Fracking lediglich das Prinzip gemein. Das zukünftige Fracking wird großflächig eingesetzt werden und bedeutet gegenüber dem bisherigen einen signifikant höheren Ressourceneinsatz, speziell von Grundwasser, aber auch von Chemikalien. Das könnte wiederum zu Wassernutzungs-konflikten zwischen Erdgas-Erdölindustrie und Landwirtschaft führen, wie schon das Umweltbundesamt 2014 zur Anwendung der Fracking-Technik in seinem Gutachten festgestellt hat.

Im Umfeld von Erdgas- und Erdölförderplätzen sind schon heute erhöhte Gesundheitsbeein-trächtigungen, wie Krebserkrankungen, der Anwohner zu verzeichnen. Mit der durch das Fracking-Regelungspaket möglichen und zu erwartenden starken Ausweitungen der Förder-aktivitäten steht zu befürchten, dass auch derartige Erkrankungen deutlich zunehmen werden.

Die bisherige Erdgas- und Erdölförderung hat unbestritten zu Erdbeben mit erheblichen Gebäudeschäden, Boden- und Grundwasserverunreinigungen geführt. Auch derartige Schäden werden infolge der Ausweitung der Förderaktivitäten in wesentlichem Umfang zunehmen.

Wir brauchen klare Zielsetzungen und Anreize für die konsequente Weiterentwicklung regenerativer Energien, die unser Klima schützen und Arbeitsplätze schaffen. Die weitere Nutzung von Erdgas steht diesen Zielen entgegen. Erdgas ist nicht die propagierte Brückenenergie in ein nach-fossiles Zeitalter. Mit der Gewinnung von Erdgas, also hauptsächlich Methan, ist immer auch die Freisetzung dieses Treibhausgases in die Atmosphäre verbunden, wobei die Leckageraten bei Einsatz der Frackingtechnik deutlich ansteigen. Methan ist im 20-Jahreshorizont um den Faktor 86 klimaschädlicher als Kohlenstoffdioxyd.

Der schon jetzt bedrohliche Klimawandel fordert die schnelle und massive Abkehr von der Kohlenstoff-Verbrennung. Das neue Gesetz jedoch weist in fataler Weise zurück ins Zeitalter der fossilen Brennstoffe und beschleunigt damit den Klimawandel, den wir unbedingt vermeiden müssen.

Wir appellieren daher an Sie: Stoppen Sie endlich flächendeckend und konsequent die Anwendung von Fracking zur Aufsuchung und Gewinnung von Kohlenwasserstoffen in Niedersachsen. Verschärfen Sie darüber hinaus die Auflagen für evtl. neue als auch bestehende Förder-, Produktions- und Aufbereitungsanlagen zum Schutz der Anwohner vor Gesundheitsschäden.

Der deutsche Rechtsrahmen zu Fracking widerspricht u.E. internationalem Recht, z.B. auch der Aarhus-Konvention, der Deutschland beigetreten ist. Zurzeit ist eine Beschwerde bei der UN Aarhus-Kommission in Vorbereitung.

Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag:

Dr. med. Maria Entrup-Henemann
für die auf dem Bundestreffen vertretenen und nachfolgend aufgeführten Bürgerinitiativen:

AK Braunschweig
Aktionsbündnis No Moor Fracking
BBU (Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz)
Berliner Wassertisch
BI Aktionsbündnis salzfreies Märchenland e.V.
BI Flecken Langwedel gegen Gasbohren
BI FRACK-loses Gasbohren im LK Rotenburg
BI gegen CO2-Endlager
BI Kein Fracking in der Heide
BI kein-frack-in-wf
BI Lebenswertes Korbach
BI Saubere Umwelt & Energie Altmark
BI STOP Fracking! BI Witten für sauberes Trinkwasser
BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.
BI Umweltschutz Uelzen
BI Walsrode
BIGG Drensteinfurt
Bündnis Weidener Becken gegen Fracking
Food &Water Europe
Gemeinnütziger Umweltschutzverein pro grün e.V.
GENUK e.V.
IG Gegen Gasbohren Hamminkeln/Niederrhein
IG Rees gegen Gasbohren e.V.
IG Schönes Lünne
IGTL Tecklenburger Land
Interessengemeinschaft Fracking-freies Artland e.V.

[Antwort von Olaf Lies (pdf) vom 15.11.2016].