PPP-Projekt Stadtwerke Gera: Veolia übernimmt Mehrheit an Entsorger

MDR
10.4.2015

Stadtwerke-Pleite. Veolia übernimmt Mehrheit an Geraer Entsorger

Der Veolia-Konzern übernimmt die Mehrheit am bisher kommunal dominierten Geraer Entsorgungsunternehmen GUD. Damit ist für eine erste Beteiligung der insolventen Stadtwerke-Holding eine Lösung gefunden. Insolvenzverwalter Michael Jaffé teilte am Freitag mit, Veolia kaufe von den Stadtwerken weitere Anteile am Geraer Entsorgungsbetrieb und halte damit künftig 74,9 Prozent statt 49 Prozent. Die übrigen Anteile verblieben bei den Stadtwerken. Das Bundeskartellamt* habe dem Verkauf bereits zugestimmt.

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Chronologie. Stadtwerke Gera in der Krise

MDR Thüringen: Kommunale Beteiligungsgesellschaft. So sind die Stadtwerke Gera aufgebaut

Die Anteile der Stadtwerke Gera AG gehören zu 100 Prozent der Stadt Gera. In dieser Dachgesellschaft sind wiederum die Anteile der Kommune an sieben Unternehmen gebündelt. Bei zwei dieser Unternehmen halten private Firmen eine Minderheitsbeteiligung, beim Entsorgungsbetrieb Geraer Umweltdienste und der Müllverbrennungsanlage in Zorbau in Sachsen-Anhalt sind die Stadtwerke in der Minderheit. Die Stadtwerke-Unternehmen, der Geschäftszweck und die übrigen Gesellschafter im Überblick.

Unternehmen unter dem Dach der Stadtwerke Gera AG
NameGeschäftsfeldAnteil der StadtwerkeWeitere GesellschafterDeren Anteil
Geraer Wohnungsbau (GWB) Elstertal GmbHWohnungs- gesellschaft74,9%Stadt Gera25,1%
Geraer Umweltdienste GmbH & Co. KGAbfallentsorgung25,1%Veolia Umweltservice Ost GmbH & Co. KG74,9%
Abfallverwertung GmbH Zorbau (Sa.-Anhalt)Betrieb Müllverbrennungs- anlage25,1%Sita Deutschland GmbH74,9%
Energieversorgung Gera GmbHbesitzt Kraftwerke und Netze, bietet Strom, Gas und Fernwärme an50,1%GDF Suez AG49,9%
Kraftwerke Gera GmbHBetrieb Kraftwerke Gera-Nord und Gera-Süd50,1%GDF Suez AG49,9%
Geraer Verkehrsbetrieb GmbHBetrieb Busse und Straßenbahnen in Gera100%
Flugbetriebs- gesellschaft Gera GmbHBetrieb Flugplatz Gera-Leumnitz100%

Zuletzt aktualisiert: 10. April 2015, 13:27 Uhr

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Kommentar Berliner Wassertisch:

Eine Krise löst man nicht durch (Teil)Privatisierung. Dass PPP-Projekte stets von Nachteil für die Kommunen sind, belegen die Erfahrungen – nicht zuletzt in Berlin. Profitieren tun immer nur die Konzerne. Und die sind per Aktienrecht ihren Aktionären verpflichtet, nicht der Kommune.

Gerade in Zeiten von TTIP und TiSA würden verantwortungsvolle Stadtväter/mütter die  Daseinsvorsorge in 100% kommunale Hand halten oder überführen. Mit der im Dienstleistungsabkommen TiSA enthaltenen Ratchet Clause kann in Zukunft eine Rekommunalisierung für alle Zeiten verhindert werden. Was einmal privatisiert wurde, darf nie wieder rekommunalisiert werden.

 

*Bundeskartellamt: Laufende Fusionskontrollverfahren

10.03.2015B4-31/15Veo­lia; Er­werb der al­lei­ni­gen Kon­trol­le an der GUD Ge­ra­er Um­welt­diens­teEnt­sor­gungs­wirt­schaftSach­sen, Thü­rin­gen02.04.2015 (Frei­ga­be)